… und das R-Wort?

Wer sich am Wochenende ein wenig in die Wirtschaftsnachrichten der Tageszeitungen vertieft hat, weiß, dass man das R-Wort allmählich wieder in den aktiven Wortschatz aufnehmen darf. Die Wachstumsprognosen für 2009 werden laufend nach unten korrigiert und liegen mittlerweile laut Wifo bei 1,4%. Das ist auch für österreichische Verhältnisse alles andere als berauschend – und möglichwerweise wird das Wifo hier im Oktober noch einmal nachjustieren müssen – so das aktuelle “profil” vom 18.08.2008. Ob die in vielen Branchen bereits spürbare Stagnation sich tatsächlich zu einer Rezession entwickeln wird, darüber sind sich allerdings auch viele Experten nicht einig, und vermutlich ist das gar nicht die interessanteste Frage. Die könnte vielmehr lauten: Was ist jetzt zu tun?

Nein, wir leiden nicht unter Selbstüberschätzung. Wir sind ein kleines PR-Unternehmen und werden uns hüten, Ihnen zu sagen, wie Sie Ihren Job machen sollen. Aber vielleicht können wir dazu beitragen, dass Sie langfristige Ziele nicht aus den Augen verlieren:

Traditionell wird in einer Phase eines deutlichen Konjunkturabschwungs der Sparstift angesetzt. Und im Allgemeinen sind die Budgets für Public Relations und verwandte Ausgabenbereiche von solchen Einsparungen überdurchschnittlich stark betroffen. Schließlich tut es ja niemandem in der Firma wirklich weh, wenn man bei der “Pressearbeit” ein wenig auf die Kostenbremse tritt.

Wie das auf viele Maßnahmen zur Kosteneinsparung zutrifft, so gilt auch für Cost-Cutting im PR-Bereich, dass hier die Nachhaltigkeit auf der Strecke bleibt. PR-Maßnahmen sind – wenn sie nicht von vorneherein punktuell wirken sollen – im Allgemeinen nicht kurzfristig wirksam. Oder anders gesagt: Wer das Image seiner Firma bei den Kunden und in der Öffentlichkeit verbessern will, sollte nicht unbedingt in Quartalen denken. 

Dasselbe gilt für die interne PR. Maßnahmen zur Verbesserung der Unternehmenskommunikation tragen oft wesentlich zur Motivation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei. Und wann ist – provokant gefragt – die Motivation der Mitarbeiter wichtiger als in einer Phase des Konjunkturabschwungs?

Wer jetzt in all den Bereichen, die man unter dem vielschichtigen Begriff PR subsummiert, den Sparstift ansetzt, handelt äußerst kurzsichtig: Gerade jetzt sollte man in die “Software” eines Unternehmens investieren, um dann, wenn die Talsohle durchschritten ist, vorbereitet zu sein. Wer jetzt nicht die Nerven verliert und seine PR-Hausaufgaben macht, hat morgen all denen gegenüber einen Vorsprung, die nicht weit genug vorausdenken.

PR ist auch – aber bei weitem nicht nur – Pressearbeit. Vor allem aber kostet sie nicht die Welt. Sparen Sie also nicht zur falschen Zeit am falschen Ort. Es kommt schließlich immer wieder auch die Zeit nach dem R.

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